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Ein Amazon KDP Account ist Dein Zugang zu Kindle Direct Publishing. Er kostet nichts, Du legst ihn in etwa 15 Minuten auf kdp.amazon.com an, und Du kannst dafür Dein bestehendes Amazon-Kundenkonto nutzen oder ein neues erstellen. Wirklich Zeit kosten danach zwei Dinge: das US-Steuerinterview und die Bankverbindung. Beides musst Du korrekt ausfüllen, sonst bekommst Du entweder kein Geld oder zu wenig davon.

Dieser Artikel führt Dich durch die Registrierung, aber nicht als reine Klick-Tour. Jeder Schritt hat Folgen für später: Welchen Namen Du hinterlegst, taucht auf Deinem Buch auf. Welche Steuerangaben Du machst, entscheidet über 0 oder 30 Prozent Quellensteuer. Und was das KDP-Dashboard Dir später zeigt, ist weniger als Du denkst.

Falls Du gerade nur wieder in Dein Konto willst und die Anmeldung hakt: Der Abschnitt zu Login- und Verifizierungsproblemen weiter unten löst die häufigsten Fälle. Ausführlicher steht das im Beitrag zum Amazon KDP Login.

Was ein KDP-Konto ist und was es mit Deinem Amazon-Konto zu tun hat

KDP steht für Kindle Direct Publishing. Über dieses Portal lädst Du E-Books, Taschenbücher und Hardcover hoch, legst Preise fest, wählst Kategorien und siehst Deine Verkäufe. Die Anmeldung ist kostenlos, es gibt keine Grundgebühr und keine Mindestlaufzeit. Amazon verdient über die Tantiemenbeteiligung und die Druckkosten, nicht über eine Kontogebühr.

Technisch ist ein KDP-Konto kein eigener Login, sondern eine Erweiterung eines Amazon-Kontos. Du hast zwei Möglichkeiten:

  • Bestehendes Kundenkonto nutzen: schnell, kein zusätzliches Passwort, aber Dein privates Einkaufskonto und Dein Verlagsgeschäft hängen an derselben E-Mail. Wenn Amazon das Konto aus irgendeinem Grund sperrt, betrifft das im schlimmsten Fall beides.
  • Neues Konto mit eigener E-Mail: saubere Trennung, eigene Zugangsdaten, leichter an ein Team oder eine Steuerberatung weiterzugeben. Der Aufwand: eine neue Mailadresse und eine Telefonnummer für die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Ich empfehle die zweite Variante, wenn Du das Buch geschäftlich einsetzt. Nutze eine Adresse, auf die Du dauerhaft Zugriff hast, keine Adresse eines Arbeitgebers und keine, die Du in zwei Jahren kündigst.

Schritt für Schritt: Amazon KDP Account anlegen

Die Registrierung selbst ist unspektakulär. Wichtig ist, dass Du sie in einem Rutsch machst und die Angaben vorher bereitliegen hast: Ausweisdaten für die Namensschreibweise, Steueridentifikationsnummer, IBAN und BIC.

Amazon KDP Account in sechs Schritten
  1. kdp.amazon.com aufrufen und mit Deinem Amazon-Konto anmelden oder ein neues erstellen. Ganz unten auf der Seite kannst Du die Sprache auf Deutsch umstellen. Die Oberfläche ist dann größtenteils übersetzt, einzelne Hilfeseiten bleiben englisch.
  2. Nutzungsbedingungen akzeptieren. Lies zumindest die Abschnitte zu Rechten und Exklusivität. Du bestätigst damit, dass Du die weltweiten Rechte an dem hältst, was Du hochlädst.
  3. Kontotyp wählen: Privatperson oder Unternehmen. Als Einzelunternehmer oder Freiberufler wählst Du in der Regel Privatperson und trägst Deinen echten Namen ein. GmbH, UG oder Verlag: Unternehmen, mit Firmenname und Steuernummer der Firma.
  4. Autoren- und Verlagsinformationen ausfüllen. Der hier hinterlegte Name ist der Kontoinhaber, nicht zwingend der Name auf dem Cover. Pseudonyme legst Du später pro Buch fest.
  5. Steuerinterview durchlaufen. Dazu gleich mehr, das ist der Teil, an dem die meisten hängen bleiben.
  6. Zahlungsdaten hinterlegen und für jeden Marktplatz prüfen, ob eine Bankverbindung zugeordnet ist.

Erst wenn Steuerinterview und Bankdaten vollständig sind, kannst Du ein Buch veröffentlichen. Du kannst es zwar vorher hochladen und speichern, der Button zur Veröffentlichung bleibt aber gesperrt.

Steuerinformationen: das US-Steuerinterview für Autoren aus DACH

Amazon zahlt Deine Tantiemen über eine US-Gesellschaft aus. Deshalb musst Du ein Steuerinterview ausfüllen, das Amazon direkt im Konto anbietet. Der Sinn: Du erklärst, dass Du nicht in den USA steuerpflichtig bist. Machst Du das nicht oder falsch, behält Amazon 30 Prozent Quellensteuer ein.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz gilt das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA. Wenn Du im Interview Dein Land korrekt angibst und eine gültige Steuernummer hinterlegst, sinkt der Einbehalt auf 0 Prozent. Die Schweiz hat abweichende Sätze je nach Einkunftsart, prüf das im Zweifel mit Deiner Steuerberatung.

  • Steuernummer: Als Privatperson in Deutschland gibst Du Deine elfstellige Steueridentifikationsnummer an. In Österreich die Steuernummer oder ATU-Nummer bei Firmen, in der Schweiz die UID beziehungsweise AHV-Nummer je nach Kontotyp.
  • Keine ITIN oder EIN nötig: Für Autoren aus dem deutschsprachigen Raum reicht in der Regel die heimische Steuernummer. Du musst keine US-Nummer beantragen.
  • Name exakt wie beim Finanzamt: Abweichungen zwischen Kontoname und Steuerangabe führen zu Rückfragen und blockierten Auszahlungen.
  • Umsatzsteuer: Bei E-Books führt Amazon die Umsatzsteuer im Verkaufsland ab, Du bekommst Nettobeträge. Für Deine eigene Buchführung sind das trotzdem Einnahmen. Kleinunternehmerregelung nach Paragraf 19 UStG ist möglich, ändert aber nichts an der Anmeldepflicht Deiner Tätigkeit beim Finanzamt.
  • Gewerbe oder freiberuflich: Schreiben ist in Deutschland meist freiberuflich, sobald Du aber fremde Werke verlegst oder stark gewerblich agierst, kann das anders aussehen. Diese Einordnung gehört in ein Gespräch mit Deiner Steuerberatung, nicht in ein Forum.

Das Interview dauert wenige Minuten und ist sofort gültig. Du kannst es später ändern, etwa wenn Du von Privatperson auf Firma wechselst. Nach dem Wechsel prüft Amazon erneut, das kann ein paar Tage dauern.

Zahlungsdaten und Auszahlungen richtig einrichten

Unter „Kontoinformationen“ hinterlegst Du Deine Bankverbindung. Amazon zahlt pro Marktplatz aus, also getrennt für amazon.de, amazon.com, amazon.co.uk und die übrigen Länder. Für Euro-Märkte reicht Dein normales Girokonto mit IBAN und BIC. Für Dollar und Pfund kannst Du dasselbe Konto angeben, dann rechnet Amazon in Euro um.

Was Du wissen solltest:

  • Auszahlung erfolgt monatlich, etwa 60 Tage nach Ende des Verkaufsmonats. Die Januar-Verkäufe landen also ungefähr Ende März auf dem Konto.
  • Es gibt Mindestbeträge pro Marktplatz. Erreichst Du sie nicht, wird der Betrag übertragen und später gesammelt ausgezahlt. Gerade bei kleinen Märkten wie Japan oder Indien sammelt sich lange etwas an.
  • Währungsumrechnung kostet. Amazon rechnet zu einem eigenen Kurs um. Wer viele Verkäufe in Dollar hat, kann ein Fremdwährungskonto hinterlegen und selbst umtauschen. Für die meisten Autoren lohnt der Aufwand erst bei nennenswerten Beträgen.
  • Kontoinhaber muss zum KDP-Konto passen. Fremde Konten, Konten von Partnern oder Firmenkonten bei Privatkonten lösen Prüfungen aus.

Wie sich Tantiemen konkret zusammensetzen und welche Rolle 35 und 70 Prozent spielen, habe ich im Überblick zu Amazon KDP, Ablauf und Tantiemen ausführlicher aufgeschrieben.

Login klemmt, Verifizierung dreht sich: die häufigsten Fälle

Die meisten Probleme mit dem KDP-Account sind keine KDP-Probleme, sondern Amazon-Kontoprobleme. Das ändert die Lösungswege.

  • Zwei-Faktor-Authentifizierung schlägt fehl: Prüfe, ob die hinterlegte Handynummer noch aktuell ist. Alte Nummern aus einem gekündigten Vertrag sind die häufigste Ursache. Ändern kannst Du das nur über die Amazon-Kontoeinstellungen, nicht in KDP.
  • Verifizierung lädt endlos: Meist ein Browser- oder Cookie-Thema. Anderes Browserprofil, Werbeblocker aus, VPN aus. Wenn Du regelmäßig aus wechselnden Ländern einloggst, stuft Amazon Anmeldungen schneller als verdächtig ein.
  • Passwort zurücksetzen: läuft über das normale Amazon-Konto. Danach musst Du Dich in KDP neu anmelden, ein separates KDP-Passwort gibt es nicht.
  • Konto „in Prüfung“: Amazon meldet sich per E-Mail an die Kontoadresse. Prüfe den Spamordner, dort landen die Nachrichten regelmäßig.
  • Support kontaktieren: Im eingeloggten Bereich unter „Hilfe“ gibt es ein Kontaktformular. Schreib auf Englisch, wenn es schnell gehen soll, deutschsprachiger Support existiert, ist aber langsamer. Nenne im Betreff das konkrete Problem, führe Buchtitel und ASIN an und formuliere eine einzige klare Frage. Lange Beschwerdemails erzeugen Textbausteine als Antwort.

Regeln, die zu Sperren führen

Amazon sperrt Konten selten willkürlich, aber schnell. Die Regeln sind einfach und werden trotzdem oft gebrochen.

  • Ein Konto pro Person. Zweitkonten für ein zweites Pseudonym oder einen zweiten Themenbereich sind nicht nötig und riskant. Pseudonyme legst Du pro Buch an.
  • Keine geteilten Konten. Wenn mehrere Autoren dasselbe Konto nutzen, sieht Amazon Anmeldungen aus verschiedenen Netzen und stuft das als Verdachtsfall ein.
  • Rechte müssen stimmen. Public-Domain-Texte, übersetzte Fremdwerke oder mit KI erzeugte Inhalte ohne Kennzeichnung sind die häufigsten Ablehnungsgründe. KI-unterstützte Inhalte musst Du beim Hochladen angeben.
  • Häufige Änderungen an Name und Bankdaten lösen Prüfungen aus. Wenn Du wechseln musst, ändere nicht alles am selben Tag.
  • Bewertungen von Familie, gekauften Diensten oder mit Gegenleistung verstoßen gegen die Amazon-Richtlinien und können Buch und Konto treffen.

Bei Verdacht prüft Amazon Verkaufs- und Bewertungsmuster, IP-Adressen und Zahlungsdaten. Wenn eine Sperrmail kommt, antworte sachlich, mit Belegen und ohne Drohungen. Ein zweites Konto zu eröffnen, um die Sperre zu umgehen, macht die Sache endgültig.

Direkt nach dem Anlegen: die Startaufstellung für Dein Buch

Hier hören die meisten Anleitungen auf. Dabei beginnt jetzt erst die Arbeit, die über Sichtbarkeit entscheidet.

  1. Autorenname festlegen. Er sollte in Buch, Autorenprofil und Website identisch sein. Uneinheitliche Schreibweisen zerlegen Deine Autorenseite in mehrere Profile.
  2. Verlagsname eintragen. Das Feld ist frei wählbar und kostenlos. Ein eigener Verlagsname wirkt professioneller als ein leeres Feld. Er ersetzt keine ISBN und kein Impressum.
  3. Author Central verbinden. Dort legst Du Biografie und Foto an und ordnest Deine Bücher zu. Das kostet nichts und beeinflusst, was Leser auf Deiner Autorenseite sehen.
  4. Buchdaten vorbereiten: Titel, Untertitel, Beschreibung, Kategorien und sieben Keyword-Felder. Diese Angaben entscheiden, bei welchen Suchanfragen Dein Buch auftaucht. Wer hier lieblos tippt, verschenkt den größten kostenlosen Hebel. Wie Du die Felder sauber eingrenzt, zeigt der Beitrag dazu, wie Du verhinderst, dass Dein Buch bei falschen Suchanfragen erscheint.
  5. Beschreibung als Verkaufstext denken, nicht als Inhaltsangabe. Der erste Satz muss den Leser abholen, der Rest liefert Gründe. Was dabei wirkt, steht im Artikel darüber, was Leser wirklich neugierig macht.

Das KDP-Dashboard verstehen und seine Grenzen kennen

Nach dem Login siehst Du zwei Bereiche: das Bücherregal mit allen Titeln und Entwürfen sowie die Berichte. Dort findest Du verkaufte Einheiten, gelesene KENP-Seiten, Tantiemen und eine Übersicht nach Marktplatz. Das ist solide für Buchhaltung und Umsatzkontrolle.

Was das KDP-Dashboard zeigt und was fehlt

Für Marketing ist es deutlich zu wenig. Das Dashboard zeigt Dir keinen Verlauf Deines Bestseller-Rangs, keine Entwicklung Deiner Bewertungen und keine Daten zu Wettbewerbern. Du siehst also, dass gestern drei Bücher verkauft wurden, aber nicht, ob Dein Rang in der Kategorie gestiegen oder gefallen ist, ob eine neue Rezension dazukam oder ob ein Konkurrenztitel Dich verdrängt hat. Genau diese Signale entscheiden aber darüber, ob Amazon Dein Buch weiter ausspielt.

Wir bei BuchBuddy messen täglich Rang- und Bewertungsdaten von hunderten Büchern. Das Muster ist fast immer gleich: Autoren merken erst Wochen später, dass ihr Rang seit dem Launch abgesackt ist, weil im KDP-Dashboard nur Verkaufszahlen stehen und keine Position. Wer den Rang täglich sieht, erkennt sofort, welche Aktion gewirkt hat und welche nicht. Mehr zum Zusammenspiel von Plattform und Marketing findest Du im Beitrag zu Buch-Marketing über Amazon.

Leg Dir deshalb ab Tag eins eine zweite Datenquelle neben KDP. Mit BuchBuddy kannst Du Bestseller-Rang und Bewertungen Deines Buches kostenlos beobachten, die ersten vier Wochen sind gratis: hier kannst Du Dein Buch eintragen. So siehst Du nicht nur, was Du verdient hast, sondern auch, wo Du stehst.

Häufige Fragen

Kostet ein Amazon KDP Account etwas?

Nein. Das Anlegen und Führen eines KDP-Kontos ist kostenlos, es gibt keine Grundgebühr und keine Mindestlaufzeit. Amazon verdient über die Tantiemenbeteiligung bei E-Books und über die Druckkosten bei Taschenbüchern und Hardcover. Auch das Hochladen und Aktualisieren von Büchern ist kostenlos. Geld kostet Dich nur, was Du zusätzlich beauftragst, etwa Werbeanzeigen, Lektorat oder Cover.

Kann ich unter einem Pseudonym veröffentlichen?

Ja. Dein KDP-Konto läuft auf Deinen echten Namen, weil Steuer- und Bankdaten dazu passen müssen. Beim einzelnen Buch trägst Du im Feld Autor jedoch frei ein, welcher Name auf dem Cover und in der Produktseite steht. Du kannst mehrere Pseudonyme in einem Konto führen. Ein zweites KDP-Konto brauchst Du dafür nicht und solltest es auch nicht anlegen.

Warum behält Amazon 30 Prozent meiner Tantiemen ein?

Dann fehlt oder stimmt Dein US-Steuerinterview nicht. Amazon zahlt über eine US-Gesellschaft aus und muss ohne gültige Erklärung Quellensteuer einbehalten. Fülle das Steuerinterview in den Kontoinformationen erneut aus, gib Dein Wohnsitzland korrekt an und trage Deine Steuernummer ein, in Deutschland die elfstellige Steueridentifikationsnummer. Danach greift das Doppelbesteuerungsabkommen und der Einbehalt sinkt in der Regel auf 0 Prozent.

Brauche ich eine eigene ISBN für mein Buch?

Nein, nicht zwingend. Für E-Books vergibt Amazon eine ASIN, für Taschenbücher kannst Du eine kostenlose ISBN von Amazon nutzen. Der Nachteil: Diese ISBN ist an KDP gebunden und Amazon erscheint als Herausgeber. Eine eigene ISBN kaufst Du in Deutschland bei der MVB. Sie lohnt sich, wenn Du das Buch auch über den Buchhandel oder andere Plattformen vertreiben willst.

Kann ich mein KDP-Konto löschen oder das Land wechseln?

Ein Länderwechsel ist möglich: Du aktualisierst Adresse, Steuerinterview und Bankverbindung in den Kontoinformationen. Amazon prüft das anschließend, das dauert einige Tage. Eine Kontolöschung beantragst Du über den KDP-Support. Vorher solltest Du alle Bücher zurückziehen und offene Tantiemen abwarten, denn Auszahlungen erfolgen erst rund 60 Tage nach dem Verkaufsmonat.

Ein fertig eingerichtetes KDP-Konto ist schnell erledigt, die eigentliche Arbeit beginnt bei der Frage, welches Buch Du dort überhaupt hochlädst. Wenn Du als Expertin oder Unternehmer noch überlegst, welches Thema zu Deiner Zielgruppe passt und ob es dafür echte Nachfrage gibt, hilft Dir die kostenlose Buchpotenzial-Analyse mit konkreten Buchideen und Zahlen. So füllst Du Dein neues Konto mit einem Titel, der Dir später auch geschäftlich etwas bringt.