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„Mein Wissen ist doch selbstverständlich.“

Kaum ein Satz hält Experten häufiger davon ab, ein eigenes Buch zu schreiben. Viele Coaches, Berater und Unternehmer beschäftigen sich seit Jahren täglich mit ihrem Thema. Sie beantworten dieselben Fragen, lösen ähnliche Probleme und erklären bestimmte Zusammenhänge immer wieder. Irgendwann fühlt sich dieses Wissen so normal an, dass sie den Eindruck bekommen, es könne für andere gar nicht mehr besonders interessant sein.

Genau hier liegt jedoch ein entscheidender Denkfehler.

Was für Dich selbstverständlich geworden ist, ist für Deine Zielgruppe oft völlig neu. Du betrachtest Dein Thema aus der Perspektive eines Menschen, der sich seit Jahren intensiv damit beschäftigt. Deine Leser befinden sich dagegen häufig noch am Anfang. Sie kennen die Zusammenhänge nicht, machen typische Fehler oder wissen gar nicht, wo sie überhaupt anfangen sollen. Genau deshalb suchen sie nach Menschen, die ihnen Orientierung geben.

Routine verändert die eigene Wahrnehmung

Je länger wir uns mit einem Thema beschäftigen, desto mehr Wissen wird zur Routine. Dinge, die früher kompliziert erschienen, laufen heute fast automatisch ab. Entscheidungen, für die man früher lange gebraucht hat, werden innerhalb weniger Minuten getroffen. Viele Prozesse passieren inzwischen so selbstverständlich, dass man kaum noch bemerkt, wie viel Erfahrung tatsächlich dahintersteckt.

Gerade deshalb unterschätzen Experten häufig ihren eigenen Wissensschatz.

Sie denken: „Das weiß doch jeder.“

Tatsächlich wissen sie selbst nur noch nicht mehr, wie es sich angefühlt hat, dieses Wissen noch nicht zu besitzen. Genau diese sogenannte „Expertenblindheit“ sorgt dafür, dass viele ihre wertvollsten Inhalte gar nicht als besonders wahrnehmen.

Die Fragen Deiner Kunden verraten Dir den Wert Deines Wissens

Ein guter Test ist deshalb ein Blick in Deinen Alltag.

Welche Fragen beantworten Deine Kunden immer wieder? Welche Missverständnisse tauchen regelmäßig auf? Welche Themen erklärst Du fast in jedem Erstgespräch? Welche Tipps gibst Du so häufig, dass sie für Dich längst selbstverständlich geworden sind?

Wenn dieselben Fragen immer wieder gestellt werden, ist das kein Zufall.

Es zeigt, dass Menschen genau an dieser Stelle Unterstützung brauchen. Was für Dich Routine ist, ist für andere häufig die entscheidende Erkenntnis, die ihnen bisher gefehlt hat.

Viele erfolgreiche Expertenbücher entstehen genau aus diesen wiederkehrenden Fragen. Nicht, weil der Autor etwas völlig Neues entdeckt hat, sondern weil er bekannte Zusammenhänge verständlich erklärt.

Leser suchen keine Genies

Viele Experten setzen sich unbewusst unter Druck. Sie glauben, sie müssten völlig neue Gedanken entwickeln oder revolutionäre Methoden vorstellen, damit sich ein Buch lohnt.

Doch genau das erwarten Leser meistens gar nicht.

Sie suchen jemanden, der ihr Problem versteht und verständlich erklären kann. Sie möchten Orientierung, Klarheit und nachvollziehbare Beispiele. Sie möchten das Gefühl haben, dass sie Schritt für Schritt durch ein Thema geführt werden.

Ein gutes Expertenbuch lebt deshalb nicht davon, dass jeder Gedanke völlig neu ist.

Es lebt davon, dass bekannte Inhalte aus einer neuen Perspektive verständlich erklärt werden.

Deine Perspektive macht den Unterschied

Vielleicht gibt es bereits viele Bücher zu Deinem Thema.

Aber es gibt kein Buch mit Deiner Erfahrung.

Keines mit Deinen Beispielen.

Keines mit Deiner Art, komplexe Zusammenhänge zu erklären.

Genau das macht ein Expertenbuch wertvoll.

Menschen kaufen nicht nur Informationen. Sie kaufen auch Vertrauen. Sie möchten verstehen, wie Du denkst, warum Du bestimmte Lösungen empfiehlst und welche Erfahrungen Deine Sichtweise geprägt haben.

Deine Perspektive lässt sich nicht kopieren.

Sie entsteht aus Deiner täglichen Arbeit und genau deshalb wirkt sie glaubwürdig.

Fazit

Wenn Du den Eindruck hast, Dein Wissen sei selbstverständlich, ist das wahrscheinlich ein Zeichen dafür, dass Du Dich schon sehr lange intensiv mit Deinem Thema beschäftigst.

Für Deine Leser gilt das jedoch nicht.

Sie stehen oft genau dort, wo Du selbst vor einigen Jahren gestanden hast. Sie suchen Orientierung, Antworten und jemanden, der komplizierte Themen verständlich macht.

Deshalb solltest Du Dein Wissen nicht danach bewerten, wie selbstverständlich es sich für Dich anfühlt.

Sondern danach, wie hilfreich es für andere sein kann.

Denn genau das ist der Unterschied zwischen gewöhnlichem Wissen und einem Expertenbuch: Es macht das sichtbar, was für den Experten längst selbstverständlich geworden ist – für seine Leser aber den entscheidenden Unterschied machen kann.

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