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Die Antwort in Kürze

Amazon KDP ist Amazons Selbstbedienungsplattform für E-Book und Print on Demand. Der Upload kostet Dich nichts, Dein Buch ist meist innerhalb von 24 bis 72 Stunden im Shop, und die Rechte bleiben bei Dir. Amazon behält pro Verkauf einen Anteil. Über Sichtbarkeit entscheiden danach Metadaten, Kategorien und die ersten Wochen.

Aktualisiert am 14.09.2026

Amazon KDP ist eine Selbstbedienungsplattform. Du lädst Manuskript und Cover hoch, füllst ein paar Formulare aus, setzt einen Preis und hast wenig später eine Produktseite im Amazon-Shop. Für den Upload zahlst Du nichts, die Rechte an Deinem Buch bleiben bei Dir, Amazon behält pro Verkauf einen Anteil ein.

So weit die Mechanik. Der interessantere Teil beginnt am Tag danach. Wir tracken bei BuchBuddy täglich Bestseller-Ränge und Bewertungen von hunderten Büchern. Was wir dabei sehen: Fast alle Entscheidungen, die später über Sichtbarkeit bestimmen, triffst Du in Formularfeldern, die viele in wenigen Minuten abhaken. Titel, Untertitel, Kategorien, Keywords, Preis, Formatkombination. Diese Felder sind der Unterschied zwischen einem Buch, das nach zwei Wochen still im Katalog liegt, und einem, das weiter verkauft.

Dieser Artikel führt Dich deshalb durch den kompletten Ablauf und sagt Dir bei jedem Schritt, ob und wie er später auf Rang und Verkäufe wirkt. Dazu die deutschen Besonderheiten, die in englischsprachigen Anleitungen fehlen: Steuerinterview, Buchpreisbindung, Impressum, ISBN.

Was KDP ist und was es nicht ist

KDP steht für Kindle Direct Publishing und ist ein Vertriebs- und Produktionskanal. Amazon stellt Dir die Infrastruktur: Produktseite, Zahlungsabwicklung, Auslieferung des E-Books, Druck auf Bestellung für Taschenbuch und Hardcover. Alles davor und alles danach liegt bei Dir.

  • Kein Verlag. Es gibt keine Auswahl, kein Lektorat, kein Marketingbudget, keine Buchhandelsvertretung. Du bist Autor, Verlag und Vertrieb in einer Person.
  • Kein Distributor. Dienste wie Tolino Media oder BoD liefern an viele Shops gleichzeitig aus. KDP verkauft im Wesentlichen über die Amazon-Shops. Wenn Du breiter ausliefern willst, brauchst Du ein zweites Setup, siehe unseren Vergleich der Selfpublishing-Distributoren.
  • Keine Rechteabtretung. Du erteilst Amazon eine Vertriebslizenz und kannst Dein Buch jederzeit wieder offline nehmen. Auch KDP Select überträgt keine Rechte, sondern bindet nur den Vertrieb der digitalen Fassung für 90 Tage.
  • Keine Garantie für Leser. Amazon stellt Dein Buch ins Regal. Ob jemand vorbeikommt, entscheiden Positionierung, Metadaten und Deine Arbeit an der Sichtbarkeit.

Wie läuft die Veröffentlichung konkret ab?

Plane für die erste Veröffentlichung einen halben Tag konzentrierte Arbeit ein, wenn Manuskript und Cover fertig sind. Nicht zehn Minuten. Die Reihenfolge, die sich bewährt hat:

  1. Konto anlegen. Du kannst Dein bestehendes Amazon-Kundenkonto nutzen oder ein separates eröffnen. Ein eigenes Konto für Dein Autorengeschäft ist sauberer, sobald Steuerberatung ins Spiel kommt. Die Details stehen in unserer Anleitung zum Amazon KDP Account.
  2. Steuerinterview und Bankdaten hinterlegen. Ohne diesen Schritt fließt kein Geld.
  3. Buchprojekt und Format wählen. E-Book, Taschenbuch und Hardcover sind jeweils eigene Projekte, die Amazon später auf einer Produktseite verknüpft.
  4. Buchdetails eintragen. Titel, Untertitel, Autorenname, Reihe, Beschreibung, Sprache, Verlagsangabe und die Rechteangabe. Hier bestätigst Du auch, ob Inhalte KI-generiert sind.
  5. Kategorien und Keywords setzen. Der Bildschirm, der später am stärksten auf Sichtbarkeit wirkt.
  6. Manuskript und Cover hochladen. KDP prüft automatisch auf Formatfehler und zeigt Warnungen.
  7. Vorschau prüfen. Seite für Seite, nicht überfliegen. Umbrüche, Inhaltsverzeichnis und Bildpositionen sehen im Reader anders aus als in Word.
  8. Preis festlegen und veröffentlichen. Danach prüft Amazon. Rechne mit rund 24 bis 72 Stunden, E-Books gehen oft schneller live als Print, weil dort zusätzlich die Druckdatei geprüft wird.
Von der Anmeldung zur Buchseite bei KDP: Konto anlegen (Amazon-Konto oder eigenes Autorenkonto), Steuerinterview und Bankdaten (Steuer-ID bereithalten), Buchprojekt und Format wählen (E-Book, Taschenbuch, Hardcover), Buchdetails, Kategorien, Keywords (3 Kategorien, bis zu 7 Stichwörter), Dateien hoc

Das Steuerinterview: der Schritt, an dem die meisten hängen bleiben

Amazon ist ein US-Konzern und muss auf bestimmte Einnahmen Quellensteuer einbehalten, solange Du nichts anderes nachweist. Genau das tust Du im Steuerinterview, einem Online-Formular, das Du im KDP-Konto durchklickst. Für Privatpersonen in Deutschland laufen die Angaben faktisch auf eine W-8BEN-Erklärung hinaus.

Du brauchst Deine deutsche Steueridentifikationsnummer und bestätigst Deine Ansässigkeit in Deutschland. Dadurch greift das Doppelbesteuerungsabkommen und Amazon behält keine US-Quellensteuer ein. Das dauert zehn Minuten und spart Dir dauerhaft Geld. Ohne ausgefülltes Steuerinterview zahlt Amazon nicht aus.

Die häufigste Stolperfalle danach: Der Name im KDP-Konto und der Kontoinhaber der hinterlegten Bankverbindung weichen voneinander ab, etwa weil das Konto auf den Partner oder auf eine Firma läuft. Dann bleiben Zahlungen liegen, ohne dass Du eine klare Fehlermeldung bekommst. Prüfe beides einmal in Ruhe, bevor Du veröffentlichst.

Welches Format lohnt sich, und was brauchen die Dateien?

Du musst Dich nicht für ein Format entscheiden. Unsere Empfehlung: E-Book und Taschenbuch zeitnah koppeln, am besten mit wenigen Tagen Abstand. Dann laufen alle Bewertungen auf einer Produktseite zusammen, und niemand springt ab, weil sein bevorzugtes Format fehlt.

Format Passt, wenn Spricht dagegen
E-Book (Kindle) Du schnell starten willst, keine ISBN brauchst (Amazon vergibt eine ASIN) und den höchsten Anteil pro Verkauf möchtest Fällt weg, wenn Deine Zielgruppe Papier erwartet, etwa bei Ratgebern für ein älteres Publikum oder bei Büchern, die Du bei Vorträgen verkaufst
Taschenbuch (Print on Demand) Du ein physisches Buch brauchst, ohne Lager und ohne Mindestauflage, auch für Rezensionsexemplare Marge pro Exemplar niedriger als bei einer Druckerei-Auflage; bei sehr dünnen Büchern bleibt nach Druckkosten wenig übrig
Hardcover Das Buch als Visitenkarte wirkt und ein höherer Preis zur Positionierung passt Höhere Druckkosten und damit ein höherer Mindestpreis; als einziges Printformat selten sinnvoll
Hörbuch (über ACX/Audible) Dein Titel bereits läuft und Du eine zusätzliche Zielgruppe erschließen willst Deutlich mehr Aufwand und teils länderabhängige Voraussetzungen; als Startprojekt fast immer zu früh

Beim E-Book nimmt KDP unter anderem DOCX, EPUB und die KPF-Datei aus Kindle Create an. Für den Print ist eine druckfertige PDF der sichere Weg, weil Du dort die Kontrolle über Schriften, Ränder und Umbrüche behältst. Achte auf Beschnittzugabe und darauf, dass die Rückenbreite exakt zu Seitenzahl und Papiersorte passt. Ändert sich die Seitenzahl, passt das Cover nicht mehr. Ein weiterer Klassiker: zu knappe Innenränder bei hoher Seitenzahl, weil der Bund den Text verschluckt.

Bestelle vor jeder Werbung ein Korrekturexemplar. Papierton, Farbwirkung und Rückenbreite siehst Du am Bildschirm nicht. Und denk daran, dass Dein Cover in der Suche als Daumennagel erscheint. Wenn der Titel dort nicht lesbar ist, verlierst Du Klicks, bevor jemand Deine Beschreibung sieht. Der Cover Creator von Amazon reicht dafür selten, mehr dazu in unserem Beitrag, warum das Buchcover über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.

Was bleibt pro verkauftem Buch übrig?

Für die Veröffentlichung selbst zahlst Du nichts. Amazon verdient pro Verkauf mit, und zwar je nach Format unterschiedlich.

E-Book: Für jedes Kindle-E-Book wählst Du zwischen der 35-Prozent- und der 70-Prozent-Option; bei 70 Prozent zieht Amazon zusätzlich Lieferkosten nach Dateigröße ab, auf Amazon.de 0,12 Euro je Megabyte, so die Amazon KDP-Hilfe zu eBook-Tantiemen (Stand 2026). Bei reinem Text sind das Cent-Beträge, bei einem bildlastigen Ratgeber wird es spürbar. Die 70 Prozent gelten nur innerhalb eines Listenpreis-Korridors: Seit Juli 2026 liegt er in den Euro-Marktplätzen zwischen 2,69 und 12,99 Euro, wie die KDP-Hilfe zu den Listenpreis-Anforderungen beschreibt. Darunter oder darüber bleiben 35 Prozent. Wichtig: Der Korridor bezieht sich auf den Listenpreis, die Tantieme selbst rechnet Amazon vom Preis ohne Umsatzsteuer. Zusätzliche Bedingung für die 70 Prozent: Der E-Book-Listenpreis muss mindestens 20 Prozent unter dem Listenpreis jeder gedruckten Ausgabe liegen (KDP-Hilfe, Preisinformationen der digitalen Ausgabe).

Print: Taschenbücher bringen über KDP auf Amazon.de ab einem Listenpreis von 9,99 Euro 60 Prozent Tantieme, bis 9,98 Euro nur 50 Prozent, jeweils abzüglich Druckkosten; im erweiterten Vertrieb sind es 40 Prozent, so die KDP-Hilfe zu Taschenbuchtantiemen (Stand 2026). Die Druckkosten hängen von Seitenzahl, Druckart und Marketplace ab. Eine Pauschale gibt es nicht, und genau deshalb solltest Du keine Beispielrechnung aus dem Internet übernehmen.

Tantiemensätze bei KDP (Amazon.de, Stand 2026): E-Book, 70-Prozent-Option (Listenpreis 2,69 bis 12,99 Euro, minus Lieferkosten) (70 %), E-Book, 35-Prozent-Option (35 %), Taschenbuch ab 9,99 Euro Listenpreis, minus Druckkosten (60 %), Taschenbuch bis 9,98 Euro Listenpreis, minus Druckkosten (50 %), T

Der einzige verlässliche Weg: Setz Deinen geplanten Preis im KDP-Preisformular ein und lies die Kalkulation ab, die Dir KDP dort anzeigt. Sie nennt Dir Druckkosten und Tantieme, bevor Du veröffentlichst. Verlieb Dich nicht in einen Preis, bevor Du das gemacht hast. Ausgezahlt wird monatlich, rund 60 Tage nach Ende des Verkaufsmonats. Wie sich das über ein Jahr summiert, haben wir in Wie viel verdient ein Selfpublisher pro verkauftem Buch eingeordnet. Amazon ändert Sätze und Schwellen gelegentlich, deshalb gilt immer: im Rechner gegenprüfen.

Welche deutschen Pflichten kommen dazu?

Hier trennt sich Selfpublishing in Deutschland von dem, was auf US-Blogs steht.

  • Buchpreisbindung: Du legst als Verleger Deines eigenen Buches den Endpreis fest, und dieser Preis gilt verbindlich für alle Händler. Das betrifft auch E-Books. Typische US-Taktiken wie Countdown-Rabatte funktionieren hier nicht; Kindle Countdown Deals gibt es auf amazon.de ohnehin nicht. Plane Deinen Preis also von Anfang an sauber.
  • Impressum: Als Selfpublisher bist Du Verlag. Eine korrekte Angabe mit ladungsfähiger Anschrift gehört ins Buch, beim E-Book ebenso wie im Print.
  • ISBN: Fürs E-Book brauchst Du keine, Amazon vergibt eine ASIN. Für Print bekommst Du wahlweise eine kostenlose KDP-ISBN oder nutzt eine eigene. In den Buchdaten erscheint bei der KDP-ISBN die Angabe „Independently published“, nicht Amazon als Verlag. Der eigentliche Nachteil liegt woanders: Eine KDP-ISBN kannst Du außerhalb von Amazon nicht weiterverwenden. Willst Du später über einen Distributor in den Buchhandel, brauchst Du eine eigene ISBN und einen eigenen Verlagsnamen. Die Abwägung im Detail steht in ISBN kaufen oder ISBN vom Distributor nutzen.
  • KI-Angabe: KDP verlangt bei Veröffentlichung oder Neuveröffentlichung die Angabe KI-generierter Inhalte, also Text, Bilder inklusive Cover und Übersetzungen; lediglich KI-assistierte Inhalte, die Du selbst erstellt und mit KI überarbeitet hast oder für die Ideenfindung genutzt hast, musst Du nicht angeben, so die KDP-Inhaltsrichtlinien (Stand 2026). Als KI-generiert gilt Inhalt auch dann, wenn Du ihn umfangreich überarbeitet hast. Die Verantwortung für Rechte bleibt bei Dir.

KDP Select oder breit ausliefern?

KDP Select ist ein kostenloses 90-Tage-Programm nur für Kindle-E-Books. Angemeldete Titel sind automatisch in Kindle Unlimited, können bis zu fünf Tage gratis angeboten werden, und pro Titel und Kunde werden höchstens 3.000 gelesene Normseiten vergütet, so die KDP-Hilfe zu KDP Select und Kindle Unlimited (Stand 2026). Die Vergütung kommt aus einem monatlich festgelegten globalen Fonds, einen festen Betrag pro Seite gibt es also nicht. Dein Taschenbuch bleibt frei, die Exklusivität betrifft nur die digitale Fassung.

Wann Select in unseren Projekten meist Sinn ergibt:

  • Belletristik und Reihen, weil Vielleser in Kindle Unlimited schnell und viel lesen
  • Erste Titel ohne eigene Leserschaft, weil gelesene Seiten die Sichtbarkeit stützen
  • Wenn Du Dich nicht zusätzlich um weitere Shops kümmern willst

Wann wir eher zu breiter Auslieferung raten:

  • Expertenbücher mit höherem Preis, bei denen ein Verkauf mehr einbringt als Seitenlesungen
  • Wenn Du eine eigene Community oder einen eigenen Shop hast
  • Nachschlagewerke, die gekauft und punktuell genutzt, aber nicht durchgelesen werden

Das ist keine Entscheidung fürs Leben. Nach 90 Tagen kannst Du aussteigen, Seitenlesungen und Verkäufe vergleichen und wechseln. Welcher Kanal zu Deinem Buch passt, haben wir in Wie finde ich den richtigen Verkaufskanal für mein Buch ausführlicher beschrieben.

Warum Metadaten mehr verkaufen als der Text

Amazon ist eine Suchmaschine mit Kasse. Sichtbarkeit entsteht aus zwei Quellen: Suchtreffer und Kategorie-Bestsellerlisten. Beides steuerst Du über Felder im Upload-Formular. Bei KDP kannst Du drei Kategorien und bis zu sieben Stichwörter beziehungsweise kurze Suchphrasen hinterlegen, die mitbestimmen, wo Dein Buch einsortiert und gefunden wird; Änderungen können bis zu 72 Stunden dauern, und Amazon kann Kategorien auch selbst anpassen (KDP-Hilfe zu Kategorien und Stichwörtern, Stand 2026).

  • Titel und Untertitel: Der Titel darf Charakter haben, der Untertitel muss arbeiten. Bei Sachbüchern sagt er, für wen das Buch ist und welches Problem es löst, in der Sprache, die Menschen tatsächlich eintippen. Achtung: Titel und Untertitel lassen sich später kaum noch ändern, beim Print faktisch gar nicht. Beschreibung, Keywords und Preis dagegen schon.
  • Beschreibung: Der erste Satz ist der wichtigste, weil Amazon den Rest zunächst abschneidet. Struktur mit Zwischenüberschriften, Fettungen und kurzen Absätzen. Was zieht, ist das Problem Deiner Leser, nicht Deine Biografie.
  • Keywords: Denk in Suchphrasen, nicht in Einzelwörtern. Wiederhole keine Wörter aus dem Titel, die findet Amazon ohnehin. Und achte darauf, dass Du nicht bei Suchanfragen auftauchst, die nicht zu Deinem Buch passen, dazu unser Beitrag, wie Du falsche Suchtreffer vermeidest.
  • Kategorien: Sie entscheiden, in welchen Bestsellerlisten Dein Buch überhaupt auftauchen kann. Wie Du sie sinnvoll wählst und später änderst, steht in unserem Artikel zur optimalen Kategorienwahl auf Amazon.

Typische Ablehnungsgründe kommen fast immer aus demselben Topf: unklare Rechteangaben bei Bildern, Zitaten oder Übersetzungen, Inhalte, die mit einem bereits veröffentlichten Titel fast identisch sind, Cover mit falscher Rückenbreite oder zu geringer Auflösung, Preise außerhalb der erlaubten Spanne und Titelfelder, die mit Keywords vollgestopft sind. Eine neutrale Bitte um eine Rezension am Buchende ist übrigens erlaubt. Unzulässig sind Gegenleistungen, Anreize und alles, was auf gesteuerte oder ausschließlich positive Bewertungen hinausläuft.

Was passiert in den ersten Wochen nach dem Livegang?

Amazon aktualisiert die Bestseller-Ranglisten mindestens einmal täglich, Änderungen können aber ein bis zwei Tage bis zur Anzeige brauchen, und ein Buch kann in bis zu drei Bestseller-Kategorielisten erscheinen (KDP-Hilfe zu Verkaufsrängen, Stand 2026). Ränge sind relativ und gewichten jüngere Aktivität stärker. Ein Rang sagt also nichts über absolute Verkaufszahlen, und jedes Format hat seinen eigenen Rang. Wie der Rang zustande kommt, erklären wir ausführlich in Buch Bestseller bei Amazon: So entsteht der Rang.

In unseren Trackingdaten sehen wir ein wiederkehrendes Muster: Viele Titel bekommen in den ersten Tagen durch das eigene Umfeld einen Schub, fallen danach aber innerhalb von etwa zwei Wochen aus der Sichtbarkeit, weil die Verkäufe abreißen. Bücher, die weiterlaufen, haben meist drei Dinge: erste Bewertungen in den ersten Wochen, kontinuierliche Verkäufe statt eines einzelnen Peaks und eine Kategorie, in der sie realistisch weit oben stehen können. Das deckt sich mit dem Bild am Gesamtmarkt: Mehr als die Hälfte der 2025 verkauften Bücher waren laut Börsenverein (Buchmarkt kompakt 2025/2026) Backlist-Titel, also Bücher, deren Erscheinen beim Kauf mehr als zwölf Monate zurücklag (Media-Control-Handelspanel, nur gedruckte Ausgaben). Der Launch ist also nicht das Ende, sondern der Anfang.

Was Du selbst tun kannst: Beschreibung nach zwei Wochen mit frischem Blick überarbeiten, Keywords nachschärfen, Kategorien prüfen, Leser aktiv um eine ehrliche Rückmeldung bitten und Deinen Rang über einige Wochen beobachten, statt ihn stündlich zu refreshen. Wenn Dein Buch trotz allem nicht auftaucht, hilft unser Beitrag, wieso Dein Buch auf Amazon erst auf Seite 10 erscheint.

Für wen KDP nicht reicht

KDP ist ein starker Kanal, aber eben ein Kanal. Ehrlich gesagt gibt es Fälle, in denen Du mehr brauchst.

  • Du willst in den Buchhandel. KDP verkauft im Wesentlichen bei Amazon. Der stationäre Sortimentsbuchhandel stand 2025 laut Börsenverein mit 3,93 Milliarden Euro für 40,8 Prozent des Branchenumsatzes (Schätzung, ohne dessen E-Commerce-Umsätze). Für Thalia, Apple Books oder Kobo brauchst Du zusätzlich einen Distributor, eine eigene ISBN und ein zweites Setup.
  • Du erwartest Verlagsleistungen. KDP ersetzt kein Lektorat, kein Korrektorat, keinen Satz und kein professionelles Cover. Diese Kosten fallen außerhalb von KDP an und lassen sich nicht seriös pauschalisieren, weil sie mit Umfang und Anspruch stark schwanken.
  • Dein Buch ist sehr dünn oder sehr dick. Print on Demand bringt pro Exemplar weniger als eine Druckerei-Auflage. Bei dünnen Büchern bleibt nach Druckkosten wenig übrig, bei sehr dicken steigt der Mindestpreis deutlich.
  • Du brauchst belastbare Prognosen. Was wir zur Wirkung von Kindle Unlimited, Kategorien oder Launch-Timing sagen, sind Beobachtungen aus unseren Trackingdaten und Projekten, keine offiziellen Amazon-Angaben. Amazon ändert Sätze, Gebühren und Regeln gelegentlich.

Wenn Du wissen willst, was nach dem Livegang mit Deinem Buch passiert, kannst Du Rang und Bewertungen vier Wochen kostenlos tracken und siehst schwarz auf weiß, wann die Sichtbarkeit kippt. Reicht das nicht, übernehmen wir mit unseren Marketingpaketen Positionierung, Metadaten und die Arbeit an den ersten Wochen. Für Experten setzen wir auch komplette Buchprojekte um, vom Kickoff-Workshop über Ghostwriting, Lektorat und Cover bis zur Launch-Vorbereitung.

Häufige Fragen

Ich habe mein Buch bei KDP hochgeladen, aber es verkauft sich nicht. Woran liegt das?

Meist an Metadaten und fehlender Aktivität nach dem Launch. Amazon zeigt Dein Buch nur, wenn Kategorie, Keywords und Untertitel zu echten Suchanfragen passen und wenn Verkäufe kontinuierlich hereinkommen. Prüfe zuerst Beschreibung, Keywords und Kategorien, die lassen sich jederzeit ändern. Titel und Untertitel dagegen kaum noch.

Was kostet die Veröffentlichung bei Amazon KDP?

Der Upload kostet nichts, weder Einrichtung noch Grundgebühr. Amazon behält pro Verkauf einen Anteil ein. Echte Kosten entstehen außerhalb von KDP: Lektorat, Korrektorat, Satz und Cover. Diese Beträge hängen stark von Umfang und Anspruch ab und lassen sich nicht seriös pauschal beziffern.

Wie hoch sind die Tantiemen bei KDP?

Beim E-Book wählst Du zwischen 35 und 70 Prozent; bei 70 Prozent zieht Amazon zusätzlich Lieferkosten von 0,12 Euro je Megabyte ab (Amazon.de). Taschenbücher bringen ab 9,99 Euro Listenpreis 60 Prozent, bis 9,98 Euro 50 Prozent, im erweiterten Vertrieb 40 Prozent, jeweils abzüglich Druckkosten.

Brauche ich eine eigene ISBN für KDP?

Für das E-Book nicht, Amazon vergibt eine ASIN. Für Taschenbuch und Hardcover kannst Du eine kostenlose KDP-ISBN nutzen, in den Buchdaten erscheint dann "Independently published". Diese ISBN ist außerhalb von Amazon nicht nutzbar. Willst Du später über einen Distributor in den Buchhandel, brauchst Du eine eigene ISBN.

Wie lange dauert es, bis mein Buch bei Amazon live ist?

In der Regel 24 bis 72 Stunden nach dem Klick auf Veröffentlichen. E-Books gehen oft schneller live, Print-Titel brauchen länger, weil zusätzlich die Druckdatei geprüft wird. Spätere Änderungen an Beschreibung, Keywords oder Kategorien können ebenfalls bis zu 72 Stunden dauern.

Was bringt KDP Select und muss ich mitmachen?

KDP Select ist freiwillig, läuft 90 Tage und gilt nur für das Kindle-E-Book. Dein Titel ist dann in Kindle Unlimited, Du kannst bis zu fünf Gratis-Tage nutzen, und pro Titel und Kunde werden höchstens 3.000 gelesene Normseiten vergütet. Print bleibt frei, die Entscheidung ist nach 90 Tagen revidierbar.

Darf ich Leser im Buch um eine Bewertung bitten?

Ja, eine neutrale Bitte am Buchende ist erlaubt. Unzulässig sind Gegenleistungen, Anreize, gesteuerte Bewertungen oder Formulierungen, die ausschließlich positive Rezensionen einfordern. Formuliere die Bitte also offen und ohne Belohnung, dann bist Du auf der sicheren Seite.

Muss ich angeben, wenn ich KI genutzt habe?

KDP verlangt bei Veröffentlichung die Angabe KI-generierter Inhalte, also Text, Bilder inklusive Cover und Übersetzungen. KI-assistierte Inhalte, die Du selbst geschrieben und mit KI überarbeitet hast oder für die Ideenfindung genutzt hast, musst Du nicht angeben. Als KI-generiert gilt Inhalt auch nach umfangreicher eigener Überarbeitung.

Kostenloses Buch-Tracking
Wie läuft Dein Buch auf Amazon?
Bestseller-Rang und neue Bewertungen Deines Buches, jeden Tag automatisch erfasst und übersichtlich im Portal. Vier Wochen kostenlos, danach entscheidest Du, ob es kostenpflichtig weitergeht.

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Über den Autor
Porträt von Christopher Klein
Marketing- und Vertriebsexperte bei BuchBuddy
Christopher Klein ist Marketing- und Vertriebsexperte bei BuchBuddy und hat 2011 gemeinsam mit Jens Helbig den KLHE Verlag gegründet. Er hat zahlreiche Sach- und Kinderbücher veröffentlicht, darunter „Nine to five muss nicht sein!“, und schrieb mit Jens Helbig den Ratgeber „Buchmarketing Blueprint“ (2025).