Seite wählen

Viele Autor:innen investieren viel Zeit und Energie in den Anfang ihres Buches. Der erste Satz soll neugierig machen, das erste Kapitel überzeugen und die Leseprobe möglichst schnell zeigen, warum sich der Kauf lohnt. Doch während der Einstieg sorgfältig geplant wird, endet das Buch häufig erstaunlich abrupt.

Nach dem letzten Kapitel folgen vielleicht noch eine Danksagung, das Impressum und einige leere Seiten. Danach ist Schluss.

Damit bleibt eine große Chance ungenutzt. Denn wer bis zur letzten Seite gelesen hat, gehört zu den wertvollsten Menschen für dein Buchmarketing. Diese Person hat nicht nur auf dein Buch geklickt oder deinen Beitrag gelikt. Sie hat dein Buch gekauft, sich Zeit dafür genommen und es vollständig gelesen.

Genau an diesem Punkt solltest du die Beziehung nicht einfach enden lassen.

Warum das Ende deines Buches so wertvoll ist

Im klassischen Buchmarketing wird viel darüber gesprochen, wie neue Leser:innen erreicht werden können. Es geht um Social Media, Amazon-Anzeigen, Rezensionen, Pressearbeit, Kooperationen oder Newsletter.

All diese Maßnahmen sollen zunächst eine Hürde überwinden: Jemand muss dich und dein Buch kennenlernen, Vertrauen aufbauen und schließlich eine Kaufentscheidung treffen.

Bei einer Person, die dein Buch bis zum Ende gelesen hat, ist ein großer Teil dieser Arbeit bereits erledigt. Sie kennt deinen Schreibstil, dein Thema oder deine Geschichte. Im Idealfall hat sie eine emotionale Verbindung zu deinem Buch aufgebaut und möchte vielleicht sogar mehr von dir lesen.

Deshalb ist die letzte Buchseite keine unwichtige Formalität. Sie ist eine der stärksten Marketingflächen, die dir als Autor:in zur Verfügung stehen.

Anders als bei einer Werbeanzeige musst du dort nicht mehr um Aufmerksamkeit kämpfen. Die Aufmerksamkeit ist bereits vorhanden. Du musst deinen Leser:innen lediglich zeigen, wie es weitergehen kann.

Was passiert ohne einen klaren nächsten Schritt?

Viele Leser:innen schließen ein Buch, legen es zur Seite und kehren anschließend in ihren Alltag zurück. Vielleicht erzählen sie jemandem davon oder suchen spontan nach weiteren Informationen über die Autorin oder den Autor. Darauf solltest du dich jedoch nicht verlassen.

Je komplizierter der nächste Schritt ist, desto weniger Menschen werden ihn gehen.

Müssen Leser:innen erst deinen Namen googeln, deine Website suchen oder herausfinden, ob es bereits einen zweiten Band gibt, geht ein großer Teil des Interesses verloren. Nicht, weil dein Buch nicht gefallen hat, sondern weil kein klarer Weg angeboten wurde.

Ein guter Call-to-Action nimmt deinen Leser:innen diese Arbeit ab. Er beantwortet direkt die Frage:

Was kann ich jetzt tun, wenn ich mehr möchte?

Ohne diese Orientierung endet häufig nicht nur das Buch, sondern auch der Kontakt zu den Leser:innen.

Welcher nächste Schritt passt zu deinem Buch?

Nicht jedes Buch benötigt denselben Call-to-Action. Entscheidend ist, welches Ziel du verfolgst und welchen Mehrwert du deinen Leser:innen im nächsten Schritt anbieten kannst.

Bei einem Roman kann der Hinweis auf den nächsten Band oder auf weitere Bücher sinnvoll sein. Besonders bei Reihen sollte am Ende klar werden, wie die Geschichte weitergeht und wo der Folgeband erhältlich ist.

Bei einem Sachbuch oder Ratgeber bietet sich häufig Bonusmaterial an. Das können Checklisten, Übungen, Arbeitsblätter, Vorlagen, Audiodateien oder zusätzliche Kapitel sein. Über einen QR-Code oder eine kurze Webadresse gelangen die Leser:innen direkt zum Material.

Auch der eigene Newsletter kann ein sinnvoller nächster Schritt sein. Er ermöglicht es dir, unabhängig von Social-Media-Algorithmen mit deinen Leser:innen in Kontakt zu bleiben. Wichtig ist jedoch, nicht einfach nur zu schreiben: „Melde dich für meinen Newsletter an.“ Erkläre konkret, welchen Vorteil die Anmeldung bietet.

Zum Beispiel:

„Erhalte zusätzliche Übungen zum Buch und einmal im Monat neue Impulse zum Thema.“

Auch ein Verweis auf Social Media kann funktionieren. Besonders bei persönlichen Themen, Romanreihen oder einer aktiven Community möchten Leser:innen häufig mehr über die Person hinter dem Buch erfahren. Hier solltest du jedoch möglichst klar sagen, was sie auf deinem Kanal erwartet.

„Auf Instagram teile ich Einblicke in die Entstehung meiner Geschichten, neue Buchprojekte und exklusive Leseproben.“

Der nächste Schritt sollte nicht wie Werbung wirken, sondern wie eine logische Fortsetzung des Buches.

Weniger Auswahl führt oft zu mehr Reaktionen

Ein häufiger Fehler besteht darin, auf der letzten Seite sämtliche Möglichkeiten gleichzeitig anzubieten.

„Folge mir auf Instagram, Facebook, TikTok und LinkedIn, abonniere meinen Newsletter, besuche meine Website, bewerte das Buch und kaufe meinen nächsten Titel.“

Die Absicht dahinter ist verständlich. Schließlich möchtest du möglichst viele Kanäle nutzen. Für Leser:innen entsteht dadurch jedoch schnell eine Überforderung.

Je mehr Optionen angeboten werden, desto schwerer fällt die Entscheidung. Am Ende wird möglicherweise gar keine Handlung ausgeführt.

Deshalb ist es sinnvoll, einen zentralen nächsten Schritt auszuwählen. Frage dich:

Welche Handlung ist für mein langfristiges Buchmarketing am wertvollsten?

Bei vielen Autor:innen dürfte dies der Aufbau eines Newsletters sein, weil der direkte Kontakt nicht von einer Plattform abhängig ist. Bei einer Romanreihe kann hingegen der Folgeband im Mittelpunkt stehen. Bei einem praxisorientierten Ratgeber ist möglicherweise das Bonusmaterial die beste Wahl.

Weitere Kanäle können ergänzend genannt werden. Der wichtigste Call-to-Action sollte jedoch deutlich erkennbar sein.

So sollte die letzte Buchseite aufgebaut sein

Eine gute Abschlussseite muss nicht kompliziert gestaltet sein. Im Gegenteil: Je klarer sie ist, desto besser funktioniert sie.

Beginne mit einer kurzen Überschrift, die das Interesse der Leser:innen aufgreift. Zum Beispiel:

Du möchtest das Gelernte direkt umsetzen?

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende.

Lust auf mehr?

Danach folgt eine knappe Erklärung des Angebots. Beschreibe nicht nur, was die Leser:innen erhalten, sondern warum es für sie interessant ist.

Anschließend platzierst du einen eindeutigen Call-to-Action. Das kann ein QR-Code, eine kurze URL oder ein klarer Hinweis auf den nächsten Band sein.

Auch visuell sollte die Seite reduziert bleiben. Eine deutliche Überschrift, wenige Sätze und ein gut sichtbarer Link sind meist wirkungsvoller als eine Seite voller Logos, Icons und verschiedener Angebote.

Achte außerdem darauf, dass der QR-Code nicht zu klein ist und auch im gedruckten Buch zuverlässig gescannt werden kann. Die verlinkte Seite sollte mobil optimiert sein, da die meisten Leser:innen den Code mit dem Smartphone öffnen werden.

Nutze das Interesse, solange es am stärksten ist

Der beste Zeitpunkt, um Leser:innen zu einer Bewertung, einer Anmeldung oder einem weiteren Buch einzuladen, ist direkt nach dem Lesen. Die Erfahrung mit deinem Buch ist noch frisch und die emotionale Verbindung besonders stark.

Das gilt vor allem für Rezensionen. Eine kurze Bitte um eine ehrliche Bewertung kann am Ende des Buches sinnvoll sein. Erkläre dabei ruhig, warum Rezensionen für Autor:innen wichtig sind.

Zum Beispiel:

„Hat dir das Buch gefallen? Mit einer ehrlichen Rezension hilfst du anderen Leser:innen bei ihrer Entscheidung und unterstützt mich dabei, weitere Bücher zu veröffentlichen.“

Auch hier sollte der Weg möglichst einfach sein. Bei einem E-Book kann direkt verlinkt werden. In einem gedruckten Buch lässt sich ein QR-Code zur Produktseite einfügen.

Ein Buchkauf kann der Anfang einer Beziehung sein

Buchmarketing sollte nicht ausschließlich darauf ausgerichtet sein, immer wieder neue Menschen zu erreichen. Häufig ist es effektiver, bereits gewonnene Leser:innen langfristig zu begleiten.

Wer dein erstes Buch mochte, interessiert sich möglicherweise auch für dein zweites. Wer durch deinen Ratgeber eine hilfreiche Erkenntnis gewonnen hat, möchte vielleicht weitere Inhalte von dir erhalten. Und wer sich mit deinen Figuren verbunden fühlt, wartet möglicherweise bereits auf die Fortsetzung.

Doch diese Beziehung entsteht nicht automatisch. Du musst eine Brücke zwischen dem Buch und deinem weiteren Angebot bauen.

Die letzte Buchseite ist der ideale Ort dafür.

Sie kann aus einem einmaligen Kauf eine Newsletter-Anmeldung machen, aus einer zufriedenen Leserin eine Rezensentin und aus einem einzelnen Buch einen Einstieg in deine gesamte Buchwelt.

Bevor du dein nächstes Manuskript veröffentlichst, solltest du deshalb nicht nur den Anfang überprüfen. Wirf auch einen genauen Blick auf die letzten Seiten.

Denn dein Buch darf enden. Die Beziehung zu deinen Leser:innen muss es nicht.

Die letzte Buchseite ist nur ein Baustein von vielen, wenn es darum geht, aus einzelnen Leser:innen eine treue Leserschaft zu machen. Wenn Du Dein Buch nicht dem Zufall überlassen möchtest, unterstützt Dich BuchBuddy mit passenden Marketingpaketen für Dein Buch, die Sichtbarkeit, Verkauf und Leserbindung zusammendenken. So wird aus dem Ende Deines Buches der Anfang einer längeren Beziehung.

Kostenloses Buch-Tracking
Wie läuft Dein Buch auf Amazon?
Bestseller-Rang und neue Bewertungen Deines Buches, jeden Tag automatisch erfasst und übersichtlich im Portal. Vier Wochen kostenlos, danach entscheidest Du, ob es kostenpflichtig weitergeht.

Tracking jetzt starten