Immer wieder liest man, dass Selfpublisher nicht so recht wissen, welche Schriftart und welche Schriftgröße sie für ihr Buch verwenden sollen. Während sich diese Frage für einen Verlagsautor nicht stellt, da dessen Buch von einem Profi gesetzt und gelayoutet wird, übernehmen diesen Schritt die meisten Selfpublisher selbst. Wer ein gewisses Talent mitbringt, kann das tun. Nichtsdestotrotz ist das Ergebnis nicht mit dem eines Profis zu vergleichen. Damit Du dennoch das bestmögliche Ergebnis erzielst, hier ein paar Tipps.
Welche Schriftarten gibt es?
Grundsätzlich sollte man bei der Wahl der Schriftart auf bestmögliche Lesbarkeit achten. Je einfacher sich das Auge tut, umso höher der Lesegenuss. Genau deshalb hat man sich im Verlagswesen auf die Familie der Serifenschriftarten geeinigt. Serifen-Schriftarten sind die gängigen Schriftarten in Büchern und Zeitungen. Dazu zählen beispielsweise folgende Schriftfamilien:
- Times New Roman
- Baskerville old face
- Bookman
- Book Antiqua
- Cambria
- Caslon
- Century Schoolbook
- Crimson
- Garamond
- Georgia
- Goudy Old Style
- Palatino Linotype
Die gängigsten Schriftarten wurden fett hinterlegt. Es
spricht aber nichts dagegen, gerade, wenn es Dein Buch zulässt, einmal etwas Neues
auszuprobieren.
Lizenzen bei Schriftarten – welche Word-Schriften haben Lizenzen?
Wir alle kennen die unzähligen Diskussionen zu den Themen Urheberrecht
/ Copyright und Lizenzierung. Das gilt auch für Schriften. Ja, selbst jene
Schriften, die Word uns zur Verfügung stellt. Glücklicherweise finden wir dazu
folgende Aussage von Microsoft im Internet.

Das heißt, solange wir eine normale bezahlte Version (nicht Home,
Student oder nicht-kommerziell) von Word verwenden, können wir alle
vorinstallierten Word-Schriften auch kommerziell nutzen.
Welche Schriftarten eignen sich für welches Genre?
Während man Serifenschriften für jedes Genre nutzen kann, können gerade Ratgeber- oder Kinderbuch-Autoren etwas aus der Reihe tanzen. Für Ratgeber sind „straighte“ Schriften wie beispielsweise Arial, Helvetica, Verdana oder Minion Pro durchaus erlaubt. Bei Kinderbüchern kann es ruhig auch etwas verrückter zugehen. Insbesondere, wenn es sich um Bücher für junge Kinder handelt, die nur wenig Text nutzen. Allerdings sollte beispielsweise bei Erstlesebüchern wieder auf gute Lesbarkeit geachtet werden, damit Kinder mitlesen können und auf diese Weise das Lesen lernen.
Welche Schriftgröße für Buch / Bücher?
Auch hier scheiden sich doch immer wieder die Geister. Welche
Schriftgröße soll ich für mein Buch nutzen? Bei Büchern, die in etwa dem Standardformat
A5 entsprechen, sind die Schriftgrößen 10pt oder 11pt allgemeiner Konsens. Recht
viel größer sollte es dann auch nicht werden. Allerdings hängt die Schriftgröße
immer auch von der Schriftart ab. Einige Schriftarten sind von Natur aus
größer, während andere von Natur aus kleiner ausfallen. Das kennen wir von
Schuhen 😊 Für Kinderbücher gilt das natürlich nicht. Hier
werden durchaus auch mal Schriftgrößen mit 28pt genutzt.
Im Hinterkopf sollte man behalten, dass ein Schriftgrößenpunkt
auf das gesamte Manuskript gesehen durchaus mehrere Seiten mehr Text generieren
kann. Da Selfpublisher auch immer ein Auge auf die Druckkosten eines Buches
werfen sollten, sollte man dies durchaus mit in Erwägung ziehen.
Darüber hinaus sollte man die Proportionen im Blick behalten.
Gerade im Hinblick auf die Größe der Überschriften. Schließlich reagiert das
menschliche Auge positiv auf Symmetrie und den goldenen Schnitt.
Blocksatz oder Linksbündig?
Last but not least stellt sich die Frage nach dem
Buchsatz. In der Regel muss man sich zwischen Blocksatz und Linksbündig, häufig
als Flattersatz bezeichnet, entscheiden. Während der Blocksatz einfacher zu gestalten
ist, sprechen sich viele Designer für den Flattersatz aus. Auch hier kommt es
auf das Buch an. Schließlich kann ein Blocksatz auf Dauer langweilig werden,
ein Flattersatz hingegen auf Dauer die Augen zu sehr anstrengen. Zudem sollten
wir nur dann den linksbündigen Satz wählen, wenn wir ihn auch als Flattersatz
gestalten können. Das ist nicht unbedingt so trivial, wie es sich anhört und kann
zudem eine zeitaufwändige Geschichte werden.