„Mein Thema ist wahrscheinlich zu allgemein.“
Dieser Gedanke taucht bei vielen Buchideen auf. Und oft ist er gar nicht falsch.
Denn Themen wie Führung, Selbstbewusstsein, Ernährung, Marketing, Stress, Persönlichkeitsentwicklung oder Sichtbarkeit sind tatsächlich sehr breit. Es gibt unzählige Bücher, Beiträge, Podcasts und Kurse dazu. Wer einfach nur sagt: „Ich schreibe ein Buch über Führung“ oder „Ich schreibe ein Buch über Marketing“, wird schnell beliebig.
Aber das bedeutet nicht, dass das Thema schlecht ist.
Es bedeutet nur: Es ist noch nicht klar genug zugeschnitten.
Allgemein ist kein Problem — unklar ist ein Problem
Ein allgemeines Thema kann eine gute Grundlage sein. Viele starke Bücher starten mit großen Themen. Entscheidend ist aber, wie konkret daraus ein Buchversprechen wird.
Ein Buch über „Stress“ ist erst einmal austauschbar.
Ein Buch über „Stress bei selbstständigen Frauen, die nach außen erfolgreich wirken, innerlich aber ständig im Alarmzustand sind“ ist deutlich greifbarer.
Ein Buch über „Marketing“ ist sehr breit.
Ein Buch über „Marketing für Coaches, die sichtbar werden wollen, ohne laut und aufdringlich zu wirken“ spricht viel klarer eine bestimmte Zielgruppe an.
Das Thema selbst muss also nicht komplett neu sein. Es muss konkret werden.
Die Zielgruppe macht das Thema schärfer
Der schnellste Weg aus einem allgemeinen Thema ist die Frage:
Für wen genau schreibe ich dieses Buch?
Je klarer die Zielgruppe ist, desto klarer wird auch das Buch.
Denn unterschiedliche Menschen brauchen unterschiedliche Beispiele, unterschiedliche Sprache und unterschiedliche Lösungen. Ein Führungskräftebuch für junge Teamleiter ist anders als ein Führungskräftebuch für Geschäftsführer im Mittelstand. Ein Buch über Selbstbewusstsein für Berufseinsteiger ist anders als ein Buch über Selbstbewusstsein für Frauen in Führungspositionen.
Das Grundthema kann gleich sein.
Aber der Zugang verändert alles.
Das Problem muss konkret sein
Neben der Zielgruppe braucht Dein Buch ein klares Problem.
Nicht: „Menschen wollen selbstbewusster werden.“
Sondern: „Viele kompetente Menschen halten sich in Meetings zurück, obwohl sie fachlich stark sind.“
Nicht: „Unternehmer brauchen Marketing.“
Sondern: „Viele Experten haben viel Wissen, aber keine klare Botschaft, mit der sie sichtbar werden.“
Ein konkretes Problem erzeugt sofort mehr Relevanz. Leser erkennen sich schneller wieder. Sie verstehen, warum das Buch für sie geschrieben wurde. Und sie spüren: Hier geht es nicht um irgendeinen allgemeinen Ratgeber, sondern um meine Situation.
Deine Perspektive ist der Unterschied
Ein Thema wird nicht nur durch Zielgruppe und Problem schärfer. Es wird auch durch Deine Haltung klarer.
Wie blickst Du auf das Thema? Was siehst Du anders als andere? Welche Fehler beobachtest Du immer wieder? Welche Denkweise möchtest Du verändern? Welche Methode hast Du entwickelt? Welche Erfahrung prägt Deinen Blick?
Genau daraus entsteht Positionierung.
Ein allgemeines Thema wird interessant, wenn es durch Deine Perspektive gefiltert wird.
Dann geht es nicht mehr um „noch ein Buch über Sichtbarkeit“, sondern um Dein Buch über Sichtbarkeit. Mit Deinem Blick, Deinen Beispielen, Deiner Sprache und Deinem Lösungsweg.
Ein klarer Untertitel hilft enorm
Wenn das Hauptthema breit ist, kann der Untertitel die Zuspitzung übernehmen.
Der Titel darf emotional, einprägsam oder bildhaft sein. Der Untertitel sollte erklären, worum es konkret geht.
Zum Beispiel:
Sichtbar ohne Show
Wie leise Experten Vertrauen aufbauen, ohne sich zu verbiegen
Oder:
Führung ohne Dauerstress
Wie junge Teamleiter Klarheit gewinnen, ohne alles selbst tragen zu müssen
Ein guter Untertitel beantwortet im Idealfall drei Fragen: Für wen ist das Buch? Welches Problem löst es? Welche Veränderung wird möglich?
Fazit: Dein Thema ist nicht zu allgemein — es braucht Fokus
Wenn Dein Thema zu allgemein wirkt, ist das kein Grund, das Buchprojekt zu verwerfen.
Es ist ein Hinweis, dass noch Positionierungsarbeit nötig ist.
Du musst Dein Thema nicht neu erfinden. Du musst es zuspitzen.
Für eine konkrete Zielgruppe.
Mit einem konkreten Problem.
Aus Deiner eigenen Perspektive.
Mit einem klaren Versprechen.
Dann wird aus einem großen, breiten Thema ein Buch, das sich relevant anfühlt.
Nicht für alle.
Aber für genau die Menschen, für die Dein Wissen wirklich hilfreich ist.